„Von unseren Erfahrungen können Händler und Agenturen profitieren“
Seit Jahren schon ist „agile Softwareentwicklung” en vogue. Doch hat sich die agile Arbeitsweise im Multi-Projekt-Umfeld im Allgemeinen und im eCommerce im Besonderen in der Kooperation zwischen Dienstleistungsagenturen und deren Kunden bisher kaum durchgesetzt. Warum das bei den SHOPMACHERN anders ist und warum die SHOPMACHER „agile Beratung“ jetzt auch als Leistung für externe Interessenten anbieten, haben wir mit Chief Agile Office Dirk Jäger und Chief Technology Officer Manuel Ludvigsen-Diekmann besprochen.
Frage: Die SHOPMACHER bieten ihr Wissen zur agilen Arbeitsweise jetzt auch extern als eigenständige Beratungsleistung an. An wen richtet sich dieses Angebot?

Dirk Jäger: Das Prinzip der agilen Arbeitsweise ist für andere Digitalagenturen vor allem aber für handel treibende Unternehmen wichtig. Die Digitalisierung zwingt auch Anbieter aus Traditionsbranchen wie zum Beispiel Fashion, sich zu Technologieunternehmen zu wandeln. Erfolgreich können heute nur noch solche Händler sein, die in kurzen Zyklen zeitnah auf schnell wechselnde Kundenbedürfnisse reagieren können.

Manuel Ludvigsen-Diekmann: Im Multi-Projekt-Umfeld treten oft Konstellationen auf, in denen die Agentur agil arbeiten möchte, der Händler aber wegen mangelnder eigener Erfahrungen Vorbehalte gegen diese Herangehensweise hat. Oder aber, er ist offen für diese Arbeitsweise, weiß aber nicht genau, wie er selbst es angehen soll. Hier können wir helfen, indem wir unsere eigenen Erfahrungen weitergeben und zeigen, was bei uns selber in der Praxis gut funktioniert.

Frage: Wie sieht die Beratungsleistung konkret aus? Was sind die Inhalte?

Dirk Jäger: Wir starten in der Regel mit einer kurzen Bestandsaufnahme, wo der Kunde mit Blick auf agiles Arbeiten steht und wie die Voraussetzungen sind. Oft treffen wir dabei auf strukturelle Hürden in der Organisation. Dann entwickeln wir sofort Wege, sich in kleinen Schritten einer agilen Arbeitsweise zu nähern und peu à peu Rollen und Abläufe anzupassen. Das geht ja nicht von heute auf morgen.

Manuel Ludvigsen-Diekmann: Wir haben aber gelernt, dass viele Unternehmen in ihrer Arbeit schon Elemente haben, die sich mit wenig Aufwand in ein agiles Vorgehen übersetzen lassen. Das kann zum Beispiel ein Wochen-Planungsmeeting sein, das wir in ein Sprint-Planning umdeuten. Es gibt oft auch Elemente, die wir erst einmal gar nicht verändern müssen. Das ist beispielsweise eine Aufwandsschätzung in Stunden. So holen wir den Kunden dort ab, wo er gerade steht, geben Zeit, anstehende Veränderungen zu verdauen, und schaffen nebenbei schnell erlebbare Verbesserungen.

Viele Unternehmen bringen Arbeitsweisen mit, die sich schnell in agiles Vorgehen übersetzen lassen.

Frage: Was sind die messbaren Benefits dieser Beratung für den Kunden?

Dirk Jäger: Wir greifen direkt in der täglichen Arbeit an: Wir zeigen, wie Anforderungen von Kunden idealerweise formuliert werden, damit Dienstleister auch wirklich genau das umsetzen, was gefordert ist. Gerade an dieser Stelle gibt es ja oft erhebliche Verständigungsprobleme zwischen Kunden und Dienstleistern. Diese können wir mit unserem Ansatz beseitigen.

Außerdem trainieren wir den effizienten Einsatz von weit verbreiteten Tools wie Confluence oder Jira. Und wir lassen Kunden typische Meetings wie Reviews oder Refinements erleben, damit sie hautnah erleben, was agil bedeutet und was die Vorteile sind. Ohne diese Erfahrungen entsteht einfach kein Verständnis und keine Akzeptanz für agiles Arbeiten. Da können Sie noch so viele Bücher lesen und Seminare besuchen.

Frage: Welche Rolle spielt es dabei, dass SHOPMACHER sich selber intern in einem tief greifenden Change-Prozess in Richtung agile Arbeitsweise unterzogen hat?

Dirk Jäger: Wir haben in den zurückliegenden zwei Jahren SHOPMACHER sowohl in den Abläufen als auch in unseren Köpfen zu einer agil denkenden und arbeitenden Agentur gemacht. Dieser Change hat bereits im vergangenen Jahr zu größerem wirtschaftlichen Erfolg für uns und unsere Kunden geführt, weil wir bemerkenswert schnell Verbesserungen in der Zusammenarbeit und der Qualität der ausgelieferten Software spüren konnten. Wenn weniger Korrekturschleifen gedreht werden müssen, profitieren eben alle davon. Im Verlauf von Transformationsprozessen ist das trotzdem absolut außergewöhnlich.

Das interessiert und überzeugt natürlich andere Digitalagenturen ebenso wie Händler aus dem eCommerce.

Frage: Für mögliche Beratungskunden, die sich vielleicht nicht so sehr mit dem Thema auskennen: Was ist agile Softwareentwicklung eigentlich?

Manuel Ludvigsen-Diekmann: Wir haben uns davon verabschiedet, langfristige und detaillierte Pläne zu erstellen. Die sind in unserem höchst dynamischen Umfeld doch meist schon obsolet, bevor sie umgesetzt sind. Stattdessen setzen wir darauf, mit einer groben Zielsetzung schnell zu starten, das große Ziel im Auge zu behalten, und mit schnellen, kurzen Schritten sofort in Richtung des gewünschten Zieles los zu laufen.

Dirk Jäger: Agil bedeutet also kurz gesprochen, dass wir schnell anfangen und von Sprint zu Sprint umdisponieren können, wenn es die Umstände erfordern. Es bedeutet aber nicht, dass wir chaotisch und ohne Plan arbeiten oder Planungen keine Gültigkeit haben. Wenn ein Sprint erstmal läuft, ist er “heilig”, sonst geht es zu Lasten der Qualität. Auch das müssen viele Kunden erst noch lernen.

Frage: Und was sind die konkreten Vorzüge dieser agilen Arbeitsweise?

Dirk Jäger: In einem Satz: Agiles Arbeiten spart Zeit, Geld und bringt qualitativ hochwertige Ergebnisse. Jeder Sprint wird mit der Auslieferung eines funktionsfähigen – also sofort verwendbaren – Stücks Software abgeschlossen. Mit jedem Sprint wird die Software dann verbessert. Das ist ein ganz anderer Ansatz, als so lange zu planen und zu entwickeln, bis die perfekte Lösung ausgeliefert werden kann. Wir sind einfach viel schneller da und entwickeln immer gerade das, was akut den höchsten Nutzen bringt.
 
Wer kann denn heute im e-Commerce sagen, welches Feature der Markt in 6-9 Monaten verlangt? 

Frage: Ist es in einem konkreten Projekt wie zum Beispiel der Neu- oder Weiterentwicklung einer eCommerce-Plattform nicht riskant, ohne umfassende Planung ans Werk zu gehen?

Dirk Jäger: Agiles Arbeiten heißt ja nicht, gänzlich ohne Plan ans Werk zu gehen. Der Planungshorizont wird nur deutlich kürzer. Wer kann denn heute schon mit Bestimmtheit sagen, welches Feature der Markt in sechs oder neun Monaten verlangt? Das gilt insbesondere im eCommerce. Agiles Arbeiten bedeutet, dass man natürlich eine Vorstellung haben darf, was in neun Monaten passieren soll. Aber agiles Arbeiten bedeutet eben auch, dass man bereit sein muss, diesen Gedanken zu verwerfen, wenn der Markt etwas anderes erfordert.

Manuel Ludvigsen-Diekmann: Deswegen formulieren wir zeitlich weit entfernte Features nicht im Detail aus. Die Zeit, die wir so sparen, nutzen wir, um die Software zu konzipieren und zu bauen, die wir jetzt brauchen. Und das liefern wir dann sofort aus und erproben es am Markt. Wenn wir dann feststellen, dass wir die gegenwärtigen Bedürfnisse nicht exakt getroffen haben, können wir schnell reagieren.

Frage: Wie schwer ist es, Kunden bei der Neu- oder Weiterentwicklung ihrer Plattformen von der agilen Vorgehensweise zu überzeugen?

Dirk Jäger: Natürlich treffen wir oft auf Vorbehalte. Am kritischsten ist immer die kaufmännische Dimension. Wenn es keine Detailplanung gibt, gibt es auch keine Kostenplanung im Detail. Fast alle unsere Kunden hatten zu Beginn Sorge, die Katze im Sack zu kaufen, viel Geld zu investieren – und am Ende mit einem unbrauchbaren Haufen Nullen und Einsen dazustehen. Vor allem, wer als eCommerce-Verantwortlicher seiner Geschäftsleitung eine Budgetplanung vorlegen muss, braucht hier sehr gute Argumente. Was man da vorbringen kann und wie es überzeugt, ist ebenfalls Teil unseres Beratungsansatzes.

Manuel Ludvigsen-Diekmann: Als eine Art “proof of concept” können wir aber sagen: Wirklich alle Kunden, die vor zwei Jahren mit uns diesen Weg beschritten haben, sind auch heute noch dabei und haben ihre Verträge pro-aktiv verlängert. Das gibt uns Rückenwind.

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